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BEITRAG & BILDGALERIE

Bauen ohne Streit, das ist das Motto

Was haben Biber, Fischschwärme und Grossbaustellen gemeinsam? Am Jahresanlass der Werkallianz im Zolli Basel wurde deutlich: Erfolg entsteht, wo viele Beteiligte auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.

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Konflikte beim Bauen sind kontraproduktiv, kosten Geld und verzögern Projekte. Sie können aber vermieden werden, wie rund 90 Gäste aus Bauwirtschaft, Planung und Verwaltung am Jahresanlass der Werkallianz am Mittwochabend, 23. September, im Zolli-Saal erfuhren.

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Dialog im Vordergrund

Gleich zu Beginn machte Gilbert Santini, Vorstandsmitglied der Werkallianz, klar, worum es dem Verein geht: «Im Vordergrund steht der Dialog. Alle Beteiligten profitieren», sagte er. Anders als bei klassischen Beschaffungs- und Projektmodellen würden Bauherrschaften, Planende und Unternehmende bereits in einer sehr frühen Phase zusammenarbeiten, Ziele vereinbaren, Budgets verbindlich definieren. «Bei vielen Baustellen funktioniert das bisherige SIA-Modell zu wenig gut. Jeder hat seine eigenen Interessen, statt dass die Gesamtinteressen im Vordergrund stehen.»

Für Santini ist deshalb auch Überzeugungsarbeit nötig. Nicht jede Bauherrschaft sei bereit, neue Wege einzuschlagen. Sein Wunsch ging denn auch Richtung Politik: Basel-Stadt solle selbst einmal ein Werkallianz-Projekt lancieren. «Der Kanton Baselland hat mit der Sanierung der ARA Birsfelden vorgemacht, wie es funktionieren kann.»

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Alte Pfade verlassen

Über die Herausforderungen beim erfolgreich umgesetzten Projekt Mühle Grüsch sprach danach Markus Wolf, CEO der Ritter Schumacher AG: «Man muss bereit sein, die alten Pfade zu verlassen», sagte er. Der Anspruch sei hoch. «Solche Modelle sind ganz klar nicht für Anfänger. Man muss wissen, was man baut. Und wie man baut.»

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Weichen früh stellen

Entscheidend seien die Weichenstellungen zu Beginn. Während bei konventionellen Projekten vieles erst im Verlauf konkretisiert werde, müsse die Bauherrschaft in einer Allianz früh festlegen, was sie wolle. Der Aufwand lohne sich jedoch. Die Beteiligten seien vom Ergebnis so überzeugt, dass bereits ein Folgeprojekt aufgegleist wurde.

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Tierwelt als Vorbild

Dann wurde es tierisch. Fabian Schmidt, Kurator des Zolli Basel, nahm das Publikum mit in die Welt der Schwarmintelligenz. Ob Fischschwarm, Vogelflug oder Termitenbau: Immer wieder zeigte er Beispiele dafür, wie komplexe Strukturen entstehen können, obwohl niemand allein das Ganze steuert. Und natürlich durfte auch der «Klassiker unter den Baumeistern im Tierreich» nicht fehlen: der Biber.

Die Brücke zur Bauwirtschaft war naheliegend. Im Tierreich ordne sich das Individuum oft dem Erfolg der Gemeinschaft unter. Genau diese Haltung brauche es auch bei komplexen Bauvorhaben.

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Kulturwandel notwendig

Noch konkreter wurde Thomas Stocker, Leiter Bildung der Stiftung Campus in Sursee. Seine Bilanz fiel eindeutig aus: «Unsere Erfahrungen waren extrem positiv. Wir waren schneller, effizienter, besser und günstiger.» Im Kern stelle sich immer dieselbe Frage: «Was ist das Beste für das Projekt?» Diese Denkweise komme allerdings nicht von selbst. «Das hat man uns nicht gelehrt», sagte Stocker. Es brauche einen Kulturwandel.

Wie sich dieser Kulturwandel konkret anfühlt, schilderten zum Schluss Patric Keller von der Bernstein Bâtir AG und Florian Dobler von der Marti AG. Gemeinsam waren sie am Umbau des Grand Hotel Les Trois Rois beteiligt.

Mit- statt gegeneinander

«Auf der Baustelle hatten wir einfach eine sehr viel bessere Stimmung», sagte Keller. Das sonst übliche Abgrenzungsdenken habe er kaum erlebt. Dobler nickte: «Statt wie sonst eher gegeneinander hat man bei diesem Projekt wirklich miteinander gearbeitet.»

Beide führten das auf die frühe Zusammenarbeit zurück. Alle Beteiligten seien bereits in der Planungsphase am Tisch gesessen. Probleme hätten dadurch oft gelöst werden können, bevor sie überhaupt entstanden.

Am Ende des von Reto Baumgartner, Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt, moderierten Abends blieb ein Gedanke hängen. Patric Keller brachte ihn auf eine kurze Formel: «Bauen ohne Streit, das ist das Motto.»

Beim anschliessenden Grillbuffet wurde noch lange weiterdiskutiert. Gesprächsstoff gab es genug. Denn die Frage, wie man künftig baut, beschäftigt die Branche. Und nach diesem Abend dürfte sie einige Anhänger der Werkallianz mehr haben.

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